15. April 2018

Rezension Save Me

Buchcover
Titel: Save Me
Autor: Mona Kasten
Verlag: Lyx
Seiten: 407
Erstveröffentlichung:
23.2.2018 (De)
Preis: 12,90 € (De, Broschur)
Bewertung: (4/5) 📜📜📜📜

über die Autorin: Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Katzen in Hamburg.
 Schon während ihrer Jugend hat sie gerne gelesen, war zwischenzeitlich als Booktuberin aktiv, bis sie ihren ersten Roman "Schattentraum - Hinter der Finsternis" als Selfpublisherin veröffentlichte.Save Me ist ihr achtes Buch und schaffte es auf Anhieb auf die Spiegel-Bestsellerliste.

Inhalt:

Ruby ist unsichtbar. Der Glitzer und Glamour, den die Maxton Hall, ihre Privatschule, umgibt, könnte sie nicht weniger interessieren, sie lernt lieber hart, statt auf Partys zu gehen und Drogen zu nehmen.
Ihr Wunsch ist es, nach Oxford zu kommen, wofür sie schon ihr ganzes Leben lang arbeitet. Doch ein kleiner Vorfall lässt James auf sie aufmerksam werden, den arrogantesten Typen der ganzen Schule.
Mit einem Mal sieht er sie und will mit ihr zu tun haben, was Ruby jedoch überhaupt nicht in den Kram passt. Oder doch?

Lieblingszitat:

"Vielleicht war es genau das, was mich von Anfang an in Rubys Bann gezogen hat. Während sie ihr Leben in die Hand nimmt, werde ich wie eine Spielfigur hin und her gerückt. Während sie lebt, existiere ich nur." (Seite 295)

Meinung:

Story: Monas erstes New Adult Buch wartet mit einer detailverliebten, süßen Story auf. Diese braucht eine Weile Anlaufzeit, dann baut sich langsam und fast unbemerkt Spannung auf, und zum Ende hin wird das Buch dann wieder wundervoll und vor allem sehr Rund, wenn man den Anfang rückblickend betrachtet.
Von Mona kennt man, dass die Handlung früh anfängt, was diesmal anders ist. Dieses Element habe ich immer sehr gemocht.

Charaktere: Die Charaktere sind facettenreich und interessant, und bleiben ihrem Wesen, um nicht Klischee zu sagen, natürlich treu. Es gibt arrogante sowie liebenswerte Charaktere, wobei man diese Linie nicht so ohne weiteres ziehen kann.
Besonders James überquert nach und nach diese Schwelle, als er mit Ruby in Kontakt kommt. Diese Wirkung der beiden aufeinander ist wirklich wundervoll und sehr natürlich, wie ich finde, dargestellt.

Schreibstil/Lesefluss: Monas Schreibstil ist dezent aber nicht zu unauffällig, als dass er nur Mittel zum Zweck ist. Mit ihren Worten kann man mitfühlen und in ihnen versinken.
Was bei Coldworth City an Worten und Beschreibungen gefehlt hat, ist bei Save Me wieder da und hat ihren Schreibstil wieder sehr angenehm gemacht.
Mein Kritikpunkt ist jedoch die erotische Szene. Uff. Es war etwas zu viel XD.

Umgebung/Welt: Die Glamourwelt war natürlich sehr präsent - und das überall. Sie hält sich dabei jedoch im Hintergrund und ist nur an den richtigen Stellen auffällig.
Auch die Orte, die nicht von diesem Glanz umgeben sind, haben eine sehr schöne Wirkung. Man fühlt sich Zuhause und so, als wäre man bei Ruby.

Fazit: Eine wundervolle Liebesgeschichte verbirgt sich hinter diesem schimmernden Cover.
Save Me ist ein Buch, welches man am liebsten mit einem Mal durchlesen will. Es zieht den Leser in seinen Bann und lässt ihn mitfühlen, diese Welt erleben und ist dabei doch nicht zu gefühlsbetont, auch wenn Gefühle eine große Rolle spielen, sondern strukturiert genug, damit die Handlung Spaß macht zu lesen.
Für mich hat Save Me alles, was ein New Adult Buch braucht und haben sollte. Eine echte Empfehlung.

7. April 2018

Lesemonat März 2018

Dieser Monat war ein sehr stressiger, aber auch sehr schöner. Die Schule hatte mich, wie auch viele andere, voll im Griff und dann kam noch die Buchmesse dazu, die sehr viel Spaß, aber auch Stress bedeutete.

1. Marie

Angefangen habe ich diesen Monat mit einem Rezensionsexemplar, hier nochmal danke an den btb-Verlag.
Marie war ein Buch, welches sehr schwierig und auch belastend wirkt. Nicht, dass es schlecht geschrieben ist, aber die Themen sind doch schon sehr belastend und dazu findet das Buch auch kein wirkliches Gegengewicht.
Für mich ist das Buch wichtig, da es mutig Sichtweisen zeigt und Themen anspricht, doch es hat einen starken Schulbuchcharakter für mich.

 Hier geht's zur Rezension

2. Save Me

Dieses Buch ist bei so gut wie jedem Bookstagramer gerade Thema, und da ich Mona Kasten jetzt schon seit gut 4 Jahren liebe, ist das Buch auch für mich ein absolutes Muss gewesen.
Und was soll ich sagen, auch Save Me erfüllt meine Erwartungen wieder, ich denke mit einem breiten Grinsen an dieses Buch und freue mich schon sehr auf den nächsten Teil dieser Reihe.

Rezension folgt

3. Weil ich dich liebe

Mein drittes Buch diesen Monat ist ebenfalls ein Rezensionsexemplar. Danke an den Heyne Verlag!
Dieses Ausfüllbuch ist für Romantiker perfekt, die ihrem Partner eine große Freude machen wollen. Ich finde solche Bücher sehr süß und dieses erfüllt genau das was es verspricht, auch wenn es eher etwas für langjährige Partner ist.

Rezension folgt

4. Das unendliche Meer

Die Fortsetzung der in meinen Augen sehr gelungenen Dsytopie "Die fünfte Welle" war bei mir lange auf der wtb-Liste, dann lange auf dem SuB, und jetzt habe ich es endlich gelesen! Ich bin froh es endlich gelesen zu haben, denn der Autor schreibt sehr gut, jedoch konnte das Buch nicht über ein mittelmäßig hinauskommen. Warum? Erfahrt ihr in der kommenden Rezension.

Rezension folgt

1. April 2018

Rezension Marie

Buchcover
Titel: Marie
Autor: Steven Uhly
Verlag: btb
Seiten: 271
Erstveröffentlichung:
12.2.2018 (De)
Preis: 10,00 € (De, TB)
Bewertung: (4/5) 📜📜📜📜

über den Autoren: Er ist in Köln geboren und aufgewachsen. Nach zwei Jahren als Professor in Brasilien arbeitet er heute in München am romanistischen Institut und ist außerdem noch als Übersetzer tätig.
"Glückskind", sein dritter Roman, wurde zum Bestseller und von Michael Verhoeven verfilmt. "Marie" ist der Folgeband des Bestsellers.

Inhalt:

Chiara ist die kleinste Tochter der alleinerziehenden, vom Alltag stark geforderten Veronika. Frido, ihr großer Bruder, kümmert sich oft um sie, um der Mutter zu helfen. Als er ihr eines Abends eine Gutenachtgeschichte erzählt, ahnt er nicht, welche Ereignisse er damit in Gang setzt.
Denn die Geschichte handelt von seiner kleinen Schwester, und die möchte die ganze Wahrheit hinder der Geschichte wissen.
Doch diese erschreckende Geschichte ist nichts für sie, sie ist doch noch ein Kind.

Lieblingszitat:

"Wie geht es dir, Veronika? Sie erinnert sich nicht, dass ihre Eltern sich jemals danach erkundigt haben." (Seite 23)

Meinung:

Story: Der Anstoß der Handlung war sehr willkürlich und wurde auch weiter nicht erklärt. Fridos Handeln wurde dadurch unverständlich.
Doch die Handlung hat sich danach entwickelt und entfaltet, ohne dass man vorrausahnen konnte, wie das alles nur ausgehen wird. Es war sehr spannend, doch die Ignoranz der Eltern ist vor allem für einfühlsame Menschen oder Menschen die selbst Erfahrungen solcher Familienverhältnisse gemacht haben schwer zu lesen, einfach da es auch sehr belastend ist und dazu wenig Ausgleich kommt.

Charaktere: Die Kinder leben in einem Haushalt, den man sich für keinen der Parteien wünscht, und der doch oft Realität ist. Das anzusprechen erfordert viel Mut und Können.
Die Kinder gehen mit der Situation ganz verschieden um, passen sich dem Gefühl, unwichtig zu sein, nicht in das Leben der Erwachsenen zu passen, an. Auf der anderen Seite ist auch die Mutter eine Figur, dessen Emotionen und Ängste für den Leser greifbar werden.
Das Buch ist auf wenige Charaktere beschränkt, mit denen man mitfühlt, und die für die Geschichte auch völlig ausreichen.

Schreibstil/Lesefluss: Geschrieben ist das Buch so, wie es der Titel vermuten lässt. Oft ist es dunkel und hoffnungslos, doch hier und da sind kleine Flecken der Hoffnung und des "vielleicht wird doh ein bisschen was gut". Solche Lichtmomente sind selten greifbar, nur Chiaras Fröhlichkeit kann ich wirklich benennen, doch kleine Umstände und Sätze erhellen die Dunkelheit, die das Buch erschafft, doh immer wieder.
Ein Happy End kann man natürlich nicht erwarten, das Buch ist dafür viel zu realitätsgetreu. Für mich, die Happy Ends eigentlich nicht so sehr mag, doch etwas schade, weil dann doch etwas gefehlt hat.

Umgebung/Welt: Deutschland ist für mich eine düstere Kulisse, und diese Erwartung erfüllt das Buch auch.
Überall liegt der Trott des Alltags, aus dem keiner so recht entfliehen kann, egal ob in der Schule oder Zuhause oder draußen.
Andere Orte dagegen zeigen ganz offen Unwillommenheit oder anderes, was sich auf die Stimmung und die Personen auswirkt. Die Orte sind immer mit einer Botschaft bestückt und so mit allem verbunden.
Das braucht viel Arbeit und Talent und dafür bewundere ich Steven Uhly.

Fazit: Marie ist ein schwieriges Buch, da es sich mit schwierigen Themen auseinandersetzt und zu diesen kein wirkliches Gegengewicht findet.
Es behandelt Probleme der Realität, die keine leichten Lösungen kennt, und die Menschen, die mit dem Proble des alleinerziehens leben müssen. Dabei kommen alle Betroffenen zu Wort, mitsamt ihrer Gedanken und Gründe. Dadurch wird das Thema als Komplex abgebildet, in dem es keine Guten und Bösen gibt.

25. März 2018

Rezension Du denkst, du weißt, wer ich bin

Buchcover
Titel: Du denkst, du weißt, wer ich bin
Originaltitel: Shift
Autor: Em Bailey
Übersetzer: Martina M. Oepping
Verlag: INK Egmont
Seiten: 344
Erstveröffentlichung:
2011 (Eng)
9.2.2012
Preis: gebraucht (De, HC)
Bewertung: (2/5) 📜📜

über die Autorin: Sie ist in Australien geboren und aufgewachsen, lebt heute mit ihrer Familie in Deutschland.
Zuerst arbeitete sie als Mediengestalterin fürs Kinderfernsehen, jetzt ist sie Autorin, mit Shift als ihren Debüt-Roman.

Inhalt:

Die Neue, Miranda soll ihre Eltern umgebracht haben. Dieses Gerücht fliegt durch Olives Schule, doch das interessiert das Mädchen recht wenig.
Doch sie wird doch auf die Neue aufmerksam, denn Miranda nimmt die Klassenqueen und ehemalige beste Freundin Olives immer mehr ein. Olive macht sich Sorgen um Katie, denn dieser tut die Freundschaft ganz offensichtlich nicht gut.
Es wirkt fast, als würde Miranda Katies Platz einnehmen. Sie werden. Aber wie kann sie das einfach so?

Lieblingszitate:

"Ich weiß, ich hätte da etwas empfinden sollen" (Seite 29)
"Die Leute wollen diesen Mist nicht hören." (Seite 302)

Meinung:

Story: Für mich ist das Buch eher Urban Fantasy statt Thriller. Außerdem verspricht der Klappentext  auch etwas ganz anderes, als das Buch bereit hält.
Die Handlung war bis zur Hälfte spannend, stimmig und tatsächlich interessant. Dann kam ein großer und überaschender Plottwist, doch danach hat das Buch fast schlagartig stark nachgelassen. Die Handlung war vorhersehbar, Spannung nicht mehr wirklich da und das Ende ist viel zu dramatisch, als dass es ernst zu nehmen ist. Dieses Ende wird dem Anfang einfach nicht gerecht.

Charaktere: Es ist ein Buch ganz nach Highschool-Manier geschrieben. Man findet die typischen Rollenbilder in den einzelnen Charakteren wieder und da haben sie sich dann verfangen und einfach keine starke Individualität ausbauen können.
Hach ja, und die Liebesgeschichte war jetzt auch nicht originell, aber ziemlich niedlich ^^

Schreibstil/Lesefluss: Der Schreibstil war an einigen Stellen sehr gut und er hat einen gewissen Wiedererkennungswert. Auch die Stellen, in denen Em Bailey psychische Krankheiten bzw den Umgang Betroffener mit ihnen schildert, sind gelungen.
Leider ist das Buch am Ende abgerutscht, weshalb ich es dann sehr schnell durchhaben wollte.

Umgebung/Welt: Die Orte wirkten oft farblos, auch wenn die Autorin wohl versucht hat, mit ihnen eine Stimmung zu erzeugen. Leider ist das nicht geglückt. Sie wirkten auch sehr seperiert voneinander, als würden sie in einem leeren Raum stehen.
Und zu Shiftern sage ich nur eins: Eine Website, auf der GENAU steht, was sie wissen muss über diese Dinger? Rly? Und diese komischen Zufälle häufen sich auch an anderen Stellen... .

Fazit: Sowohl inhaltlich als auch qualitativ kann man dieses Buch in zwei Teile teilen: Der erste Teil geht bis knapp zur Hälfte und gefällt mir trotz ein par Schwachstellen sehr. Der zweite Teil jedoch ist nicht sehr überzeugend. Das große Geheimnis wurde gelüftet und jetzt wird mit ach und Krach versucht, diese Geschichte weiterzuführen. Bis auf die Charaktergestaltung ud den Schreibstil ist dieser Teil ziemlich schwach.

18. März 2018

Rezension Wintermädchen

Buchcover
Titel: Wintermädchen
Originaltitel:Wintergirls
Autor: Laurie Halse Anderson
Übersetzer: Salah Naoura
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Seiten: 320
Erstveröffentlichung:
23.2.2010 (Eng)
1.7.2010 (De)
Preis: 8,99€(De, TB)
Bewertung: (5/5) 📜📜📜📜📜

über die Autorin: Sie ist in Potsdam,New York geboren und aufgewachsen, studierte Sprachen und Linguistik. Sie schrieb zunächst Kinderbücher, dann bewegte sie sich im Genre Young Adult, historische Romane und Jugendbücher. Vor allem für Speak,eines ihrer Bücher,bekam sie viele Preise.
Sie lebt mit ihrem zweiten Ehemann in einer Patchwork-Familie.

Inhalt:

(TW: Anorexie, Bullimie, SVV, Suizid)
Lia braucht Hilfe. Lia denkt, sie braucht keine Hilfe. Nicht beim Essen, was sie verlernt hat, oder in der Schule, die sie nur noch selten besucht. Sie kriegt das allein hin. Und vor allem braucht sie keine Hilfe dabei, mit dem Tod ihrer besten Freundin klar zu kommen. Nicht von den Erwachsenen, die ihr immer sagen wollen was richtig und falsch ist, die ihr nicht wirklich zuhören.
Schließlich hat sie Kontrolle, zumindest über ihren ständigen Hunger. Beim hungern ist sie stark, und das muss sie auch sein, denn sonst würde sie auseinander brechen.

Lieblingszitat:

" "Wie viel wiegst du?", fragt er.
"Nicht genug." Ich schniefe. "Zu viel." Ein Schluchzer entfährt mir. "Keine Ahnung." " 

Meinung:

Story: Magersucht und Suizid. Eine gefährliche Mischung, welche die Handlung bestimmt. Als Autor hat man bei solchen Themen immer sehr vorsichtig vorzugehen, damit es nicht ein riesiges Desaster wie bei "Tote Mädchen lügen nicht" wird. Das schafft die Autorin sehr gut und dafür gebührt ihr eine Menge Respekt.
Lia, die Hauptperson, muss mit beiden Themen umgehen lernen, und dieser Prozess ist schwer und manchmal sehr hässlich, da Laurie Halse Anderson nicht beschönigt, sondern  erschreckend real erzählt. Doch sie fokussiert sich nicht zu stark darauf, lässt viele anderen Einflüsse in die Handlung einfließen.

Charaktere:Lia ist eine komplexe Hauptperson und man kann sich gut in sie hineinversetzen,mit ihr leiden und fühlen. Ihre Gefühle und Gedanken stehen im Vordergrund des Buches, ihr langsamer Kampf aus der Anorexie beherrschen diese.
Auch die anderen Charaktere sind komplex gestaltet und ihr Verhalten ist nachvollziehbar, wenn auch nicht entschuldbar.

Schreibstil/Lesefluss: Das Buch ist mit einem ganz besonderen Stil geschrieben und gestaltet. Mit ungewöhnlichen Mitteln erreicht die Autorin, dass die Gedanken der Hauptperson sich anfühlen, als würde man nicht nur Worte, sondern Gefühle lesen.
Der Stil ist mitunter so eindringlich, dass ich das Buch oft kurz weglegen und durchatmen musste.

Umgebung/Welt: Lia ist nirgendwo so richtig Zuhause, weshalb fast alle Orte fremd wirken, gleichzeitig aber sehr wichtig für sie sind.
Lias Welt unterscheidet sich hin und wieder von der, die wir kennen. Sie sieht Dinge und manche würden sagen sie hat Wahnvorstellungen und ihre Emotionen zeigen sich in sehr bildhaften Einbildungen Lias.

Fazit: Die Geschichte eines traurigen Schicksals,welche mit außergewöhnlichem Stil und ungewöhnlich eindringlicher Sprache erzählt wird. Das Buch lässt den Leser nicht nur hinter die Fassade des traurigen, einsamen und hungernden Mädchens blicken, es lässt ihn die Gedanken des Mädchens verstehen, begreifbar machen.
Das Buch geht sehr stark in die Tiefe der Krankheit Anorexie und dabei immer wieder unter die Haut.
Aber es lohnt sich, das Buch zu beenden!

11. März 2018

Rezension Breathe - Flucht nach Sequoia

Buchcover

Titel: Breathe-Flucht nach Sequoia
Originaltitel: Resist
AutorIn: Sarah Crossan
ÜbersetzerIn: Nina Frey
Verlag: dtv
Seiten: 367
Erstveröffentlichung:
8.10.2013 (Eng)
24.10.2013 (De)
Preis: 10,08€ (De, TB)
Bewertung: (3/5) 📜📜📜

über die Autorin: Sie ist in Dublin geboren, hat in England Philosophie und Literatur studiert und machte dann eine Ausbildung zur Lehrerin in Cambridge. Sie lebte sieben Jahre lang in New York, arbeite dort an einer kleinen Privatschule und gab Unterricht im kreativen Schreiben. Außerdem fing sie dort an, an ihrem ersten Roman zu schreiben.

Inhalt:

(Spoilerwarnung für die, die den ersten Teil nicht gelesen haben.)

Der Hain ist zerstört. Alina und ein paar Rebellen konnten sich zwar retten, doch nun sind sie auf der Flucht und ihr Ziel, Sequoia, ist wohl kaum mehr als eine Vermutung, eine Hoffnung.
Auch Bea und Quinn sind auf der Flucht, zusammen mit Jazz. Alle wollen in Sicherheit, welche Sequoia verspricht. Nur schwindet das Glück der Flüchtlinge immer mehr und dazu stellt sich die Frage, ob die Rebellen dort tatsächlich das sind, was die Flüchtlinge sich vorstellen.

Lieblingszitat:

"»[...] Ich bin genauso deren Sklave wie jeder andere auch.«" (Seite 36)

Meinung:

Story:
Der zweite Teil fühlt sich allgemein flüssiger vom Ablauf  an, außerdem ist er handlungstechnisch besser aufgeteilt. Das Ende ist diesmal auch nicht zu kurz und macht viel Spaß zu lesen.
Die vielen, kurz wechselnden Handlungsstränge verwirren jedoch das ein oder andere Mal.
Diesmal hatte das Buch auch einen wirkungsvollen Spannungsbogen, welcher das Lesen spannend und interessant machte.

Charaktere:
4 erzählende Hauptpersonen begleiten wir diesmal. Sie alle sind individuell verschieden, (ge)wachsen an ihren Aufgaben und stark. So wirklich einfühlen konnte ich mich in keinen, dafür waren es zu viele Personen.

Schreibstil/Lesefluss:
Der Schreibstil war diesmal nicht zu salopp, er hat aber auch nur sehr selten diesen "das ist aber toll geschrieben!"-Effekt ausgelöst. Vielleicht, weil es eine andere Übersetzerin übersetzt hat.
Die fünf Teile, in die das Buch unterteilt ist hängen inhaltlich eng zusammen. Leider sind sie noch einmal unterteilt - und zwar durch teilweise sehr kurze Sichtwechsel, die alle in der Ich-Form geschrieben sind. Das ist sehr verwirrend, denn oft vergisst man, wer "Ich" denn überhaupt ist. Eine Erzählung aus der 3. Person wäre nicht mal nötig, die jeweils erzählende Person an den Rand der Seite schreiben ist da ein, wie ich finde, viel besseres Konzept, welches bei "Die Auswahl" zum Beispiel im 2. Teil angewendet wird.

Umgebung/Welt:
Dass die Welt nicht so realistisch ist, dass ist bei dem Genre nicht sooo schlimm, zumindest verzeihenswert. Die von der Autorin gezeichnete, tote Welt ist zumindest für mich etwas anderes. Sie ist nicht leer, sondern wirklich tot.
London ist ein beliebter Schauplatz und die Autorin hat aus dieser Stadt ihre ganz eigene Welt gemacht.

Fazit:
Der Schreibstil hat sich eingependelt, weder saloppe noch gut formulierte Stellen waren oft zu finden.
Die Handlung liest man aus der Sicht von gut geschriebenen und individuellen Charakteren und Blickwinkeln. Davon sind jedoch etwas zu viele da, als dass ein tatsächlicher Fokus auf einer Person, einem Schicksal liegt.
Die zerstörte Welt wirkt auf eine absichtlich schreckliche Weise tot statt nur leer.
Abschließend ist das Buch nicht nur eine Fortsetzung, kann sich aber nur selten aus seinem Genre herausheben und vor allem der Epilog klingt wie aus jeder zweiten Dystopie.

5. März 2018

Ich breche das Schreiben ab

Hallo, falls sich überhaupt jemand durchliest, was ich hier schreibe, ich muss euch was sagen.

Es interessiert niemanden und deshalb gebe ich es auf. Ich werde kein Buch, keine Kurzgeschichte oder irgendwas mehr probieren, und warum, dass will ich hier erklären, damit das ganze einen runden Abschluss hat.

Ich habe gedacht "Schreiben ist nur Worte aneinander reihen", und habe gemerkt, dass ich falsch lag.
Doch das ist nicht das Problem. Wenn es schwer wäre, würde ich es irgendwie hinbekommen, doch es ist nicht nur schwer, es ist für mich unschaffbar.
Unzählige Male habe ich versucht, dieses scheiß Manuskript besser zu machen, und trotzdem war es viel zu schlecht. Ich habe geweint und geschrien, mich tagelang im Bett verkrochen und es wurde nicht besser.
Ich habe keine Person, die sich auch nur ein bisschen für das interessiert, was ich da versuche, zu machen. Und da nehme ich meinen Freund raus, denn der kann meine Sachen nicht beurteilen und so wirklich interessiert er sich auch nicht.
Ich habe einfach nicht die Motivation, etwas zu schreiben was sowieso niemals verlegt oder gelesen wird. Ich habe nicht die Kraft, ständig neue Digne zu finden, die mir vorgaukeln, das hier hat einen Sinn.
Und ja, ich schreibe weil ich es liebe, aber das reicht einfach nicht. Ich will keinen Ruhm, ich wollte nur dass eine Person es sich durchliest und mir ehrlich ihre Meinung sagt. So, wie ich über Bücher ehrlich meine Meinung sage.

Zum Schluss wünsche ich mir, dass andere Menschen nicht so schrecklich versagen wie ich. Macht eure Träume wahr, finet die richtigen Menschen die euch unterstützen. Ich kann das nicht.

Emilia